Dr. Timm Kern und Fraktionschef Dr. Hans-Ulrich Rülke (beide FDP) lassen sich auf dem Walterhof in Loßburg die Jahrhunderte lange Waldbewirtschaftung zeigen

Loßburg. In der Tradition seiner Vorfahren, die den Familienbetrieb „Walterhof“ seit nunmehr 350 Jahren führen, bewirtschaftet Wilhelm Walter seine Waldfläche getreu dem Motto „Schützen durch Nützen.“ Er ist davon überzeugt, dass eine ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung seines Plenterwaldes ohne bürokratische Vorschriften von Behörden auskommt. Daher hält er den seit diesem Jahr eingerichteten Nationalpark für eine große Gefahr seiner Arbeit. Zu einem Austausch vor Ort sind der Landtagsabgeordnete Dr. Timm Kern (FDP) und der Vorsitzende der FDP/DVP-Fraktion im Stuttgarter Landtag, Dr. Hans-Ulrich Rülke, auf den Walterhof gekommen. Die Liberalen, die den Gesetzesentwurf zum Nationalpark als einzige Fraktion geschlossen abgelehnt haben, halten es für den falschen Weg, „die Bevölkerung vor Ort nicht mitzunehmen“, wie Dr. Timm Kern erklärt. Fraktionschef Dr. Rülke ergänzt: „Für die FDP geht es bei diesem Projekt keinesfalls darum, den politischen Gegner zu ärgern, sondern den nötigen Sachverstand und die Erfahrung der ortsansässigen Menschen in den Prozess miteinzubeziehen und so vernünftige Politik zu machen.“ Obwohl sein Wald 10 Kilometer Luftlinie vom Nationalpark entfernt ist, setzt sich Walter vehement gegen das Projekt der grün-roten Landesregierung und für seine „Kollegen in Baiersbronn“ ein. Er spricht von einer massenhaften Vermehrung der Borkenkäfer, von Bodenerosion durch instabile Böden und von „beratungsresistenten Naturschützern, die ihr Wissen aus dem Lehrbuch ziehen.“ Wer mit Wilhelm Walter durch seinen Wald spaziert und sich die Kennzeichen eines Plenterwaldes aufzeigen lässt, erkennt den großen Wert, den der vielschichtige Baumbestand in sich trägt. Ergebnis von generationenübergreifender Bewirtschaftung mit „Sachverstand und dem nötigen Gespür für die Natur“, so Walter.

Im Gespräch mit den Politikern erklärt Walter, dass „für uns nicht entscheidend ist, was aus dem Wald genommen wird, sondern was stehen bleibt.“ In seiner Arbeit stehen „nicht die Dollars, sondern ein nachhaltiger Waldbau im Zentrum, wozu auch eine vernünftig ausgewogene Jagd gehört.“ Beim Gang durch den Wald lassen sich Buchen, Tannen, Fichten aller Altersstufen finden und auch abgebrochene Stämme bleiben stehen, um den Spechten ihren Lebensraum zu lassen. Durch den Besuch in Loßburg sehen sich Dr. Timm Kern und Dr. Hans-Ulrich Rülke in ihrer Meinung zum Nationalpark bestätigt.

Wilhelm Walter, der leidenschaftliche Kämpfer, hofft auf die Landtagswahl 2016 und „auf andere Mehrheitsverhältnisse, damit dieses ökologisch unsinnige Projekt gestoppt werden kann.“