Mit einer Spezialisierung auf Holzzuschnitte auf Bestellung statt standardisierte Produkte und knapp über 50 Mitarbeitern ist das Holzwerk Dölker in Altheim  das größte und modernste der noch bestehenden Sägewerke im Kreis Freudenstadt. Beim Besuch des Landtagsabgeordneten Dr. Timm Kern (FDP) berichteten die Geschäftsführer Günther und Heinz-Claus Kläger über ihr Unternehmen und die aktuellen Herausforderungen. Mit dabei war auch der ehemalige Rektor der Rottenburger Forsthochschule Prof. Dr. Wolfgang Tzschupke, der im Gespräch auch manche Umweltverbände kritisierte, deren Vorstellungen nicht immer der heutigen Realität entspräche: „Holz ist ein nachhaltiger Rohstoff und ein Wachstumsmarkt. Es ist ökologisch sinnvoll und es dient der ganzen Umwelt, wenn zukünftig immer mehr Holz als natürlicher Rohstoff nachgefragt wird.“ Dies bestätigten auch die Geschäftsführer des Holzwerkes so. „Wenn wir lokales Holz hier vor Ort verarbeiten, ist dies weitaus ökologischer als beispielsweise importiertes Tropenholz oder wenn wir das Holz aus anderen Regionen Deutschlands erst hertransportieren müssen“, so Günther Kläger. Der Sägebetrieb setzt hauptsächlich auf heimische Hölzer aus der Umgebung und möchte dies auch zukünftig. Daher sei die Diskussion, ob die durch den Nationalpark verlorenen Holzmengen nun in anderen Regionen Deutschlands einzukaufen seien, keine vernünftige Option und bei weitem nicht so ökologisch, wie das Holz vor Ort mit geringen Transportwegen hier im Landkreis direkt zu verarbeiten.

Der Landtagsabgeordnete Dr. Timm Kern kritisierte, dass auch in der Diskussion um die Einrichtung des Nationalparks viele Sachargumente keine Chance gehabt hätten, sondern die Diskussion oft sehr  ideologisch geprägt war. „Komplett zurückdrehen lässt sich das nun nicht mehr. Nun geht es darum, die versprochenen Zugeständnisse der grün-roten Landesregierung zu überprüfen“, so Dr. Timm Kern. Für ihn ist nun wichtig, dass die in Aussicht gestellten Infrastrukturmaßahmen, wie beispielsweise die Verkehrsanbindung des Nordschwarzwaldes an die Autobahn, oder auch die versprochenen Garantiemengen für die Sägebetriebe vor Ort tatsächlich eingehalten werden, ohne Kürzung weitere der bisherigen Bezugsmengen.

Die Sägewerke, die dauerhaft Holz aus dem jetzigen Nationalparkgebiet bezogen haben, sollen auch zukünftig mit Holz aus anderen Gebieten des Staatswaldes versorgt werden, so die Zusage des Ministeriums für ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Die FDP/DVP-Fraktion hat hierzu eine Anfrage an das entsprechende Ministerium gestellt und die Umsetzung abgefragt (Landtagsdrucksache 15/6402).

Die Geschäftsführer Günther und Heinz-Claus Kläger sehen den Nationalpark Nordschwarzwald als zusätzliche Verschärfung der Rohstoffversorgung für die Sägewerke in Baden-Württemberg und im Besonderen in der Region. In den letzten 20 Jahren habe sich die Anzahl der Sägewerke geradezu halbiert. „Der Nationalpark ist nur das i-Tüpfelchen in der angespannten Situation. Noch nicht absehbar für die Abnehmer sind auch die Konsequenzen aus dem derzeit laufenden Kartellverfahren hinsichtlich der Versorgung und der Kosten. Durch die vermehrte Bürokratie sowohl von staatlicher Seite als auch bei den Zertifizierungen haben wir es als mittelständischer Betrieb auch immer schwerer“, so Kläger. Bei den Zertifizierungen kritisieren sie die unterschiedliche Handhabung in den unterschiedlichen Ländern und den Eingriff in die unternehmerischen Freiheiten. Dem Verbraucher würde vorgegaukelt, dass, wenn er ein FSC-Logo sehe, die Standards überall gleich seien. Dies sei jedoch aber leider nicht so, berichten die Sägewerksbetreiber. Selbst in europäischen Ländern würden die Standards zur Zertifizierung unterschiedlich gehandhabt und der Verbraucher somit in die Irre geführt.

Beim Gespräch und Rundgang war auch Isabella Kläger dabei, die schon die nächste Generation im Familienbetrieb repräsentiert und den Betrieb absehbar einmal mitübernehmen möchte. Sie wünsche sich wieder eine Perspektive für Leistungsträger im Mittelstand. „Als inhabergeführter Betrieb arbeiten wir nachhaltig. Das heißt für uns, über Generationen hinweg und wir wollen auch den nachfolgenden Generationen eine Perspektive bieten“, so Günther Kläger über ihren Familienbetrieb, der nun seit 1904 schon in der vierten Generation weitergeführt wird.

Abschließend machte sich die Delegation auf zu einem Rundgang, um den Betrieb zu besichtigen und sich die Abläufe erklären zu lassen. Paul Dölker, ein weiterer Geschäftsführer, wurde an seinem Arbeitsplatz bei der Anlieferung und Sortierung der Stämme besucht. „Es ist sehr beeindruckend, wie professionell und effizient hier unser Naturprodukt Holz verarbeitet wird“, so Dr. Timm Kern (FDP). „Viele Auszubildende unterschätzen oft, mit wie viel Computertechnik wir hier arbeiten und wie interessant unser Beruf ist!“ so Günther Kläger am Ende des Besuches.