• Nachbarschaftshilfeverein Helfende Hände Seewald erläutert Dr. Timm Kern (FDP) bürokratische Probleme
  • Verein: Unterschiedliche Aussagen von unterschiedlichen Ämtern
  • Dr. Timm Kern Kern wird mit Schreiben an Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) aktiv

„Unser Ziel ist es, ältere Menschen  im Haushalt und Garten sowie bei Fahrten zum Arzt oder zum Einkaufen zu unterstützen, ihnen zuzuhören und ein Stück mehr Lebensqualität zu schenken“, sagte Waltraud Nägele, die Einsatzleiterin des Nachbarschaftshilfeverein „Helfende Hände Seewalde.V.“, im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Timm Kern (FDP). Der Verein ist auch in Enzklösterle aktiv. Wegen steigender bürokratischer und existenzgefährdender Auflagen hat sich der Verein an politische Vertreter gewandt. Deshalb machte der Landespolitiker gleich zu Beginn deutlich: „Verwaltung und Bürokratie müssen einen vernünftigen Rahmen bieten, in dem solch’ wichtige Initiativen aus der Gesellschaft auch ermöglicht werden. Ihr Verein hat sich in einer älter werdenden Gesellschaft einer Arbeit verschrieben, für die wir alle zutiefst dankbar sein müssen. Der Staat könnte das niemals in dieser Form kompensieren.“

Umso verärgerter zeigte sich Kern über die Berichte der Vereinsführung, wonach vor allem die Unterstützungsangebote-Verordnung (UstA-VO) übertriebene Verpflichtungen stellt. So müsse der Verein alle Helferinnen auf Mini-Job-Basis zu Schulungen schicken, die pro Person ca. 1.500 Euro kosten und ausschließlich in Stuttgart angeboten werden. „Wir legen seit Beginn an Wert auf qualitative Arbeit und schulen unser Team natürlich“, erklärte Waltraud Nägele, „aber 80 Stunden Hauswirtschaft-Kurs sind einfach unmäßig. Da gewinnen wir auch keine Helferinnen mehr, die so viel Zeit für die Voraussetzung opfern können, um ein Ehrenamt ausüben zu dürfen“. Nicht zu verstehen ist auch, dass von unterschiedlichen Ämtern unterschiedliche Aussagen zur Auslegung bestimmter Vorschriften kämen. „Wir würden unsere Zeit und Energie lieber für unsere Klienten einsetzen“, sagte Einsatzleiterin Monika Stelzer-Podschwadt. Auf der Warteliste des Vereins stehen in Seewald und Enzklösterle mittlerweile mehr als zehn Menschen, die derzeit keine Hilfe bekommen können.

Mit einem Schreiben an den zuständigen Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) wird Kern die Anliegen des Vereins aufgreifen: „Wir dürfen nicht die, die den gesellschaftlichen Karren ziehen, mit solchen Problemen überhäufen. Sonst wird der Verdruss gegen Politik und Verwaltung vergrößert.“