„Die steigenden Fallzahlen weisen darauf hin, dass wir in der Öffentlichkeit bekannter sind und die betroffenen Frauen sich mutiger an uns wenden.“ Mit diesen Worten klärte Anne Kielwein den Landtagsabgeordneten Dr. Timm Kern (FDP) über die Arbeit der „FrauenHilfe Freudenstadt e.V.“ auf. Zum wiederholten Male traf sich dieser zum Austausch mit dem 2007 gegründeten Verein. Am Gespräch nahmen neben Anne Kielwein die weiteren Vorstandsmitglieder Martina Kober und Silvia Braun sowie Beraterin Gabriele Adrian teil. Der Abgeordnete Dr. Timm Kern (FDP) sprach zu Beginn des Treffens von der politischen Verantwortung, sich auch vor unangenehmen Themen, wie Gewalt gegen Frauen, nicht wegzuducken: „Wir leben im Landkreis Freudenstadt auf keiner Insel der Glückseligen, es gibt auch hier Gewalt gegen Frauen.“ Die deshalb unverzichtbaren Beratungsangebote bietet die Frauenhilfe an, die seit der Erhöhung des Zuschusses durch den Landkreis neben den ehrenamtlichen BeraterInnen eine hauptamtliche Stelle mit 50 % besetzen kann. „Angesichts der Aufgabenfülle und des Bedarfs an Hilfe für die Betroffenen und auch für Täter, werden diese Mittel in Zukunft weiter aufgestockt werden müssen“, so Martina Kober. Neben dem Zuschuss des Kreises finanziert sich die Frauenhilfe hauptsächlich über Spenden und Beiträge der 80 Mitglieder, von denen ca. 17 aktiv sind. Auf die Nachfrage des Abgeordneten Dr. Timm Kern (FDP), wie die Kooperation zwischen der Frauenhilfe, den staatlichen Ämtern und der Polizei funktioniere, betonte Martina Kober eine sehr vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit. Zum Phänomen häuslicher Gewalt gegen Frauen sagte sie: „Die Erfahrung zeigt, dass ein Platzverweis gegenüber den Tätern häuslicher Gewalt ein sehr wirksames Mittel ist. Hier wünschen wir uns von den Beamten in erforderlichen Fällen den mutigen Einsatz dieses Instruments.“ Bei einem Platzverweis kann das Opfer für 2 Wochen vor weiterer Gewalt geschützt werden und in dieser Zeit kostenfreie Beratung und Hilfe im Verein in Anspruch nehmen. Gleichzeitig betonten die engagierten Frauen, dass Täterberatung essentieller Bestandteil ihrer Arbeit ist. Präventionsarbeit leistet der Verein an Schulen. Um im Landkreis eine bessere Struktur aufzubauen, versuchen die Verantwortlichen auch in Horb Beratungsräume einzurichten und eine Ausweitung der Räumlichkeiten in Freudenstadt zu erreichen. „Die Beratungsgespräche fordern geschützte Räume und diese können wir momentan nicht in ausreichendem Maße bieten. Außerdem sind Arbeits- und Beratungsräume nicht getrennt“, erklärte Anne Kielwein die unbefriedigende Situation. Für dieses Anliegen sagte Dr. Timm Kern (FDP) seine Unterstützung zu. In einem Brief an verschiedene Institutionen will er auf das Raumproblem des Vereins aufmerksam machen und um Unterstützung bitten. Abschließend dankte er den engagierten Frauen: „Ich möchte Ihnen im Namen der Menschen im Landkreis Freudenstadt für Ihr außergewöhnliches, hohes und unverzichtbares Engagement sehr danken. Unsere Gesellschaft braucht Menschen wie Sie!“