Kolumne in der „Neckar-Chronik“ vom 29. März 2018:

Ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern verbessert politische Ergebnisse. Denn Frauen sprechen Themen an und treiben Dinge voran, die nicht oder nur unzureichend von Männern angepackt werden. So hat die Liste „Frauen in den Kreistag“ jüngst die Idee eines Hebammen-Stipendiums in den Kreistag eingebracht und dafür auch eine Mehrheit bekommen. Angesichts der Schließung von Kreißsälen und immer weniger aktiven Hebammen, die auch für die Vor- und Nachsorge von Geburten eine unverzichtbare Aufgabe übernehmen, ist diese Initiative ein richtiger Schritt.

Dieses Hebammen-Stipendium steht für mich beispielhaft dafür, dass ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in öffentlichen Gremien für die Bewältigung der großen Herausforderungen dringend erforderlich ist. 2019 findet die nächste Kommunalwahl statt. Für den Landkreis bietet das die Chance, den bisher katastrophal niedrigen Frauenanteil in den öffentlichen Gremien zu erhöhen: Von insgesamt 324 Gemeinde- und Kreistagssitzen sind nur 66 von Frauen besetzt. Das entspricht gerade einmal 20 %. Besonders verheerend ist, dass unser Kreistag mit 35 Männern und nur 5 Frauen bundesweite Berühmtheit durch einen der geringsten Frauenanteile erlangt. 12,5 % sind ein trauriger Negativrekord. De facto kommt bei allen entscheidenden Themen die Perspektive von rund 51 % der Bevölkerung zu kurz. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir in zentralen Zukunftsfeldern wie Mobilfunk, Breitband und Gesundheit auch deshalb im Landkreis FDS anderen Regionen in Baden-Württemberg hinterherhinken, weil zu wenige Frauen in den Entscheidungsgremien vertreten sind. Für die Zukunftsfähigkeit unseres Landkreises ist es deshalb dringend erforderlich, nach der Kommunalwahl 2019 einen deutlich höheren Frauenanteil in den Kreis- und Gemeinderäten zu haben.

Mir liegt dieses Thema sehr am Herzen. Deshalb meine Frage: Was muss sich ändern, damit mehr Frauen für öffentliche Gremien kandidieren? Liegt es z. B. am Sitzungstermin des Kreistags (montags um 15 Uhr)? Sind es fehlende Betreuungsangebote, die ehrenamtliches Engagement möglich machen? Ist es der politische Stil im Kreis, der mehr vom Dualismus zwischen Freudenstadt und Horb als dem Willen zur Zusammenarbeit für unsere Heimat geprägt ist?

Bitte teilen Sie mir Ihre Ansichten mit: info@timm-kern.de oder 0711/2063933.

Ihnen allen wünsche ich gesegnete Osterfeiertage!