Dienstag, 15.2.: Wer hätte gedacht, dass ich Dirk Niebel einmal als Bundesminister in Horb begrüßen könnte. Dirk und ich kennen uns seit 1992 aus gemeinsamen Tagen im Landesvorstand der Jungen Liberalen Baden-Württemberg. Er war damals u.a. für Verbandskontakte zuständig, ich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Sehr gefreut habe ich mich, dass wir im Horber Industriegebiet die weltbekannte Firma „fischer automotive systems“ besuchen durften (www.fischer-automotive-systems.de). Firmeninhaber Prof. Klaus Fischer persönlich führte Minister Dirk Niebel, den Europaabgeordneten Michael Theurer, den FDP-Kreistagsfraktionsvorsitzenden Daniel Wochner und mich durch seine sehr beeindruckende Firma.

Im Anschluss hielt ich vor unseren Gästen ein kurzes Grußwort, in dem ich u. a. ausführte:

„Liberale stehen für die Werte „Freiheit & Verantwortung“. Wer in materieller Not lebt, ist nicht frei, er kann seine potentiellen Freiheitsräume nicht nutzen. Entwicklungszusammenarbeit muss also bestrebt sein, möglichst vielen Menschen auf dieser Welt die Freiheit zu geben, ohne materielle Not selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihr Leben zu gestalten und ihren Kindern eine gute Zukunft zu ermöglichen.

Wir haben uns in Deutschland daran gewöhnt, Globalisierung in erster Linie als Chance zu begreifen. Gerade im Landkreis FDS, in dem 70% der Arbeitsplätze am Export hängen, stimmt es ja auch: Wir profitieren von offenen Märkten, sie machen uns das Leben angenehmer.

Es wäre aber blauäugig, die Risiken oder Schattenseiten der Globalisierung völlig auszublenden: Klimawandel, Umweltprobleme oder Wirtschaftskrisen machen heute nicht mehr an nationalen Grenzen halt, nein, diese Krisen schaden auch uns, denn die Globalisierung lässt uns alle enger zusammenrücken.

Daraus folgt, dass wir Lösung für globale Probleme nur gemeinsam mit anderen Ländern finden können – oder, um es mit meinem Wahlkampfslogan zusammenzufassen: Wir müssen Brücken bauen.

Der Großteil der Menschheit lebt in den sog. Entwicklungsländern. Es ist ein Gebot der Menschenlichkeit und es ist in unserem ureigenen Interesse, möglichst vielen Menschen auf dieser Welt zu helfen, dass sie ihr Leben in Freiheit, Sicherheit und materieller Selbstbestimmung führen können.

Den kritischen Zeitgenossen sei in diesem Zusammenhang gesagt, dass von der Entwicklungszusammenarbeit nicht nur die Empfängerländer profitieren, sondern auch die Geberländer. In Deutschland schafft die Entwicklungszusammenarbeit ca. 140.000 Arbeitsplätze. Der überwiegende Teil des Entwicklungshaushaltes sind Investitionen. Jeder Euro, der für Entwicklung in den Partnerländern ausgegeben wird, erhöht auch den dt. Export um 1,80€. Die ausländischen Partner lernen dt. Know-how und deutsche Technik schätzen.

Mir persönlich ist aber wichtig, dass beide Aspekte der Entwicklungspolitik nicht aus den Augen verloren werden: Eigeninteresse und Mitmenschlichkeit.

Die Welt ist mit der Globalisierung zusammengerückt. Die meisten Probleme lassen sich nicht mehr nationalstaatlich lösen. Neben der ökonomischen Globalisierung brauchen wir eine Globalisierung humanistischer Werte wie die der Menschenrechte. In Ägypten und Tunesien konnten wir eindrucksvoll sehen, wie das Internet auch diesem Aspekt der Globalisierung zum Durchbruch verholfen hat.“