Wie steht es um die Kindertagespflege im Landkreis Freudenstadt? Um Antworten auf diese Frage zu erhalten, traf sich der Landtagsabgeordnete Dr. Timm Kern (FDP) kürzlich mit dem 2. Vorsitzenden des Tageselternvereins Landkreis Freudenstadt e.V., Paul Huber. Die Kindertagespflege hält der Horber Abgeordnete für einen unverzichtbaren Bestandteil, um frühkindliche Bildung zu fördern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf umzusetzen. Paul Huber gab detaillierte Auskunft über die momentane Betreuungsquote, anhand derer man die Infrastruktur im Kreis hinsichtlich Kinderbetreuung bewerten kann. Derzeit werden 381 Kinder im Landkreis von insgesamt 104 Tagespflegepersonen betreut. Der
aktuelle Bedarf an Kindertagespflege kann durch die Tagespflegepersonen abgedeckt werden. Trotzdem ist der Verein stets auf der Suche nach weiteren geeigneten Betreuungskräften, um auch zukünftig dem Bedarf gerecht zu werden, der sich kreisweit unterschiedlich darstellt. „In Horb
werden im Bereich U3 weniger Kinder als im Kreisschnitt betreut, was für einen guten Ausbau von Einrichtungen spricht“, schätzt Huber die Lage in der Neckarstadt ein. Eine wichtige Aufgabe sieht Huber darin, Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund zu
erreichen: „Hier können wir eine zusätzliche sprachliche Förderung anbieten, von denen die Kinder enorm profitieren.“ Problematisch hingegen seien geplante Gesetzesänderungen, wonach Tagespflegepersonen ab Anfang 2016 als hauptberuflich Selbstständige eingestuft würden. Dadurch würden erheblich mehr Versicherungskosten anfallen. Die damit verbundenen Probleme nahm der Landtagsabgeordnete auf und
stellte eine kleine Anfrage an die Landesregierung. In dieser fragte er nach den Auswirkungen für die Tageseltern im Kreis Freudenstadt und welche Lösungsvorschläge das Kultusministerium hat. Abschließend meinte Dr. Timm Kern: „Der FDP ist es sehr wichtig, dass die Landesregierung beim Ausbau der Kleinkindbetreuung die Tageseltern nicht vergisst. Unser Ziel ist es, dass die Betreuung bei einer
Tagesmutter oder Tagesvater als gleichwertige Betreuungsform anerkannt wird. Gleichwertig, das heißt auch: Gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Tageseltern wie für die institutionellen Kitas, so dass die Eltern eine echte Wahlfreiheit haben.“