„Wer nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt.“ Dieser Satz kann als die Kernbotschaft des 1993 unter der Regie von Steven Spielberg veröffentlichten Films „Schindlers Liste“  verstanden werden.

Zur Filmvorführung über den deutschen Industriellen Oskar Schindler luden das Martin-Gerbert-Gymnasium und der Landtagsabgeordnete Dr. Timm Kern (FDP) ein. Die Kooperation entstand anlässlich des jährlichen Holocaust-Gedenktages (27. Januar) und sollte junge Menschen an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern. Mit dabei waren auch Barbara Staudacher und Heinz Högerle vom Rexinger Synagogenverein.

Schulleiter Georg Neumann sprach zu Beginn von der schulischen Verantwortung, sich der Nazi-Verbrechen zu erinnern und intoleranten Bewegungen in unserer Zeit entschieden entgegenzutreten. So passe der Filmabend zu den Projekttagen des MGG unter dem Motto: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.“

Geschichtslehrer Markus Schüz führte mit einer zeitlichen Einordnung in den Schwarz-Weiß-Film ein. Dieser spielt in den von der Wehrmacht besetzten Ländern Polens und der Tschechoslowakei inmitten des Zweiten Weltkriegs. Im Krakauer Ghetto lässt der in Deutschland erfolglose Unternehmer Oskar Schindler (1908 – 1974) jüdische Zwangsarbeiter für das deutsche Militär Rüstungsgüter herstellen. Damit kann er nicht nur große Gewinne erzielen, sondern schützt die jüdische Arbeiterschaft durch den „Blauschein“ auch von der Abschiebung und Ermordung in den Konzentrationslagern. Sie werden von den SS-Besatzern als „kriegswichtige Arbeiter“ angesehen. Der jüdische Geschäftsmann Itzhak Stern leitet Schindlers Unternehmen und schleust auch behinderte und alte Menschen in die Produktion, die so dem sicheren Tod entgehen können. Zunächst zählt für Schindler nur der unternehmerische Erfolg und nicht die Rettung jüdischer Leben.

Diese Einstellung ändert sich im Filmverlauf dramatisch.

Die Kontrolle über Krakau und das Ghetto, wo auch Schindlers Fabrik ansässig ist, wird SS-Offizier Amon Göth übertragen. Sein Auftrag: Räumung der Wohneinheiten und Errichtung eines Zwangsarbeitslagers. Der willkürliche, sadistische Mörder Göth personifiziert die Unmenschlichkeit von Nazi-Deutschland. Durch dessen Befehle und massenhafte Erschießungen erlebt Oskar Schindler aus nächster Nähe die Verbrechen der Nationalsozialisten und ist tief betroffen. Er solidarisiert sich fortan für seine Arbeiterschaft und versucht seine Fabrikhallen zu einem sicheren Rückzugsort für die Juden zu machen. Dabei gerät er zwangsläufig in Konflikt mit SS-Mann Göth, der aus Berlin den Befehl bekommt, die jüdische Bevölkerung und auch Schindlers Angestellte nach Auschwitz zu deportieren. Schindler entschließt sich 1944, die Fabrikhallen aus Polen in seine Heimat Brünnlitz zu verlegen und die jüdischen Arbeiter freizukaufen. So erstellen er und Itzhak Stern eine Liste mit 1200 Namen und bestechen Göth mit 1 Mio. Reichsmark. Diese 1200 Menschen, darunter auch alte und kranke, werden nach Brünnlitz übersiedelt und können sich in Schindlers Fabrik bis zum Kriegsende 1945 am Leben halten.

Schindler selbst flieht nach Kriegsende, da er als Produzent von Rüstungsgütern eine Mitschuld an den Kriegsverbrechen der Nazis trägt.

Das Filmende zeigt Überlebende und ihre Nachkommen, die am Grab von Oskar Schindler in Israel ihrem Lebensretter gedenken.

Bei den Schülerinnen und Schülern sowie den anwesenden Lehrern hinterließ der Film einen tiefen Eindruck. Im Anschluss an den Film bot Dr. Timm Kern die Gelegenheit, über den Film und die heutige Bedeutung des Holocaust-Gedenkens zu sprechen. Die Schüler waren überzeugt, dass aus dem Gedenken an die furchtbaren Verbrechen des Nazi-Regimes und vieler deutscher Mittäter eine Verantwortung auch für ihre Generation erwachse. Eine der wichtigsten Lehren aus der Vergangenheit sei, sich auch heute gegen jegliche Form von Intoleranz und Hass zu wenden und sich aktiv für Werte wie Freiheit, Solidarität und Demokratie einzusetzen.