In ihrer Antrittsrede sprach die neue ba-wü. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) u.a. folgende Worte:

„… Meine Damen und Herren! Noch nie in ihrer Geschichte war die menschliche Zivilisation so ernsthaft bedroht wie in diesem, dem 21. Jahrhundert. Der respektlose Umgang mit Natur und Kultur, der verschwenderische Raubbau an natürlichen Ressourcen, die beschämende Ungerechtigkeit der Weltwirtschaftsordnung, die empörende Unterdrückung der Freiheit in vielen Teilen der Erde – all dies hat die Welt zu einem gewaltigen, globalen Problemfall werden lassen.

Klimawandel und Energiekrise, Artensterben und Flächenverbrauch, Überbevölkerung und Unterentwicklung, Bildungslosigkeit und Armut – es sind nicht nur vier, sondern gleich ein Dutzend apokalyptische Reiter, die über unsere Welt gekommen sind. Und die Globalisierung hat dafür gesorgt, dass jede Misere an irgend einem Punkt der Erde sogleich zu unserer eigenen Misere wird. Für viele dieser Probleme wird man Lösungen finden…“

Ist das wirklich so? War die „menschliche Zivilisation“ noch nie so ernsthaft bedroht, wie in unseren Tagen?

Kein Zweifel: Es gibt genügend Probleme und Herausforderungen auf dieser Welt. Es gibt überhaupt keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Wenn ich mir aber die menschlichen Katastrophen des 20. Jahrhunderts anschaue, dann habe ich wenig Verständnis für einen zeitgenössischen Pessimismus.

Meine Wahrnehmung der Gegenwart sieht viele Herausforderungen, aber wahrlich keine apokalyptischen Reiter.